Wissenschaftler

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Wissenschaftler

Kurzdarstellung

Die intensive Auseinandersetzung mit den Wissenschaften begann Iwan Pasuchin 2002 im Rahmen seines Doktoratsstudiums der Pädagogik an der Universität Salzburg, das er im Jahre 2004 mit der Arbeit "Künstlerische Medienbildung. Ansätze zu einer Didaktik der Künste und ihrer Medien" mit Auszeichnung abschloss. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Vernetzung von Medienpädagogik mit kultur- und kunstpädagogischen Disziplinen sowie der Untersuchung der Partizipationspotenziale des kreativen Medieneinsatzes in (sozial-)pädagogischen Arbeitsfeldern. Zu diesen Themen hat er zahlreiche Publikationen vorgelegt, einige Vorträge gehalten sowie mehrere Forschungsprojekte geleitet. In den letzten Jahren nutzt er – u.a. im Zuge eines Habilitationsvorhabens – dabei verstärkt Verfahren der qualitativen Sozialforschung und kooperiert gleichzeitig mit MedienkünstlerInnen, wobei auch Methoden des Artistic Research zum Einsatz kommen.

Werdegang

  • 2002 bis 2004 Doktoratsstudium der Pädagogik (Schwerpunkt Medienpädagogik und Mediendidaktik) an der Universität Salzburg. Erstbetreuer Hermann Astleitner, Zweitbetreuerin Ingrid Paus-Hasebrink / 2004 Promotion mit Auszeichnung.
  • Seit 2005 zahlreiche Veröffentlichungen in medien-, musik- und kunstpädagogischen bzw. -didaktischen Zeitschriften und Sammelpublikationen (siehe Publikationen).
  • Vorträge bei Tagungen, Symposien und Kongressen aller drei Fachbereiche – u.a. bei der Tagung 'Medienästhetik in Bildungskontexten' 2006 in Ludwigsburg, beim internationalen InSea (International Society for Education through Art) Kongress 2007 in Karlsruhe, der internationalen EduMedia Tagung 2009 in Salzburg etc.
  • 2004 bis 2006 Leitung des Forschungsprojekts Intermediale künstlerische Bildung (siehe Punkt "Ausgewählte Forschungsprojekte")
  • Konzeption, Vorbereitung und Durchführung des Symposiums Intermediale künstlerische Bildung – Kunst-, Musik und Medienpädagogik im Dialog an der Universität Mozarteum Salzburg am 1. und 2. Juni 2006, bei dem ein intensiver Austausch herausragender Vertreter/innen der drei beteiligten und weiterer nahe stehender Fachbereiche bzgl. konkreter Möglichkeiten einer engen Kooperationen stattfand. Einen Auszug aus dem Tagungsband (im kopaed-Verlag erschienen) erhalten Sie hier.
  • 2007 bis 2009 Mitglied der Redaktion der Zeitschrift merz | medien + erziehung. Im Jahre 2008 Hauptverantwortlich für die Gestaltung der Themenhefte "Medienpädagogik 2.0?! – Herausforderungen im Zusammenhang mit ‚social software’" und "Kreative Medienarbeit – Forschungsergebnisse aus der Medienpädagogik und aus künstlerisch-pädagogischen Disziplinen im Vergleich". 2009 Mitgestaltung des Heftes "Musik – die schönste Nebensache".
  • 2008 und 2009 wissenschaftliche Begleitung der Anfangsphase des WeTube-Projektes mit Hilfe qualitativer Forschungsmethoden – Screening-Fragebögen, Beobachtungsprotokolle, (Leitfaden-) Interviews etc.
  • 2009 bis 2012 Arbeit am Buch "Bankrott der Bildungsgesellschaft. Pädagogik in politökonomischen Kontexten", das im Juni 2012 im VS-Verlag erschienen ist (siehe Vorschau bei amazon) und ab 2013 Publikationen in Fachzeitschriften aus dem Bereich der Allgemeinen Pädagogik zum diesem Thema.
  • Von 2015 bis 2017 wissenschaftliche Begleitung von 11 von (Medien-)KünstlerInnen im Unterricht von Iwan Pasuchin an der NMS-Lehen durchgeführten Workshops und ab 2017 Auswertung der erhobenen Daten im Rahmen eines Habilitationsvorhabens an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg (siehe Punkt "Ausgewählte Forschungsprojekte").
  • Ab 2018 verantwortlich für die kultur- und medienpädagogische Forschung beim Projekt "schnitt # stellen", in dem die Mitglieder des KünstlerInnen-Kollektivs gold extra Sonja Prlić und Karl Zechenter mit den SchülerInnen des (von Pasuchin unterrichteten) Faches "Kreative Mediengestaltung" an der NMS-Lehen interaktive Handyspiele entwickeln und präsentieren, wobei sie die Prozesse unter Einsatz der Verfahren des Artistic Research erforschen (siehe Punkt "Ausgewählte Forschungsprojekte" ).

Ausgewählte Forschungsprojekte

Titelbild Schnittstellen

Das Forschungsprojekt schnitt # stellen ist im Januar 2018 gestartet und ist auf 4 Jahre (bis Ende 2021) anberaumt. Es wird in Kooperation vom MediaLab der Universität Mozarteum (Vertreten durch Iwan Pasuchin) sowie der KünstlerInnengruppe "gold extra" (vertreten durch Sonja Prlić und Karl Zechenter) durchgeführt und weist ein Gesamtvolumen von 306.786,75 EUR auf, wobei der Hauptteil der Finanzierung durch das Referat 2/04 für Wissenschaft, Erwachsenenbildung, Bildungsförderung des Landes Salzburg erfolgt.

Es ist ein interdisziplinäres Vorhaben, in das Perspektiven des Artistic Research sowie der kultur- und medienpädagogischen Forschung einfließen. Im Fokus des Interesses stehen Wechselwirkungen und Synergiepotenziale der medienkulturellen Lebenswelten Jugendlicher, die eine städtische Mittelschule besuchen und dem Feld der zeitgenössischen Medienkunst. Ziel der interdisziplinären Zusammenarbeit ist es, ausgehend von den Erkenntnissen, die auf Basis unterschiedlicher methodischer Herangehensweisen gewonnen werden, eine multiperspektivische Sichtweise auf das Feld zu eröffnen.

Die gemeinsame Hauptforschungsfrage leitet: Welche Erfahrungen werden gemacht und welche Entwicklungen finden in gemeinsamen Gestaltungs-, Präsentations- und Forschungsprozessen von SchülerInnen einer städtischen NMS und MedienkünstlerInnen statt? Die künstlerisch forschende Arbeitet setzt ihren Schwerpunkt auf die Auseinandersetzung mit Computerspielen und interaktiven Anwendungen, die eine Verbindung zu jugendkulturellen Ausdrucksweisen ermöglicht. Die (von Iwan Pasuchin durchgeführte) kultur- und medienpädagogische Forschung fokussiert auf die Frage, wie es sich auf das Interesse und das Engagement von SchülerInnen einer städtischen NMS auswirkt, wenn MedienkünstlerInnen mit ihnen Projekte gestalten, bei denen es vorrangig um das Anknüpfen an ihre medienkulturellen (Vor-)Erfahrungen geht.

2019 erhielt schnitt # stellen den European Youth Culture Award in der Kategorie Wissenschaft und Forschung. 2020 wurde das Endergebnis der ersten Schuljahresprojektes mit dem Hauptpreis in der Kategorie Young Creatives beim Prix Ars Electronica ausgezeichnet.


Foto: Peter M. Mayr

Das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben Musik in der intermedialen (Grund-)Bildung wird von Iwan Pasuchin im Rahmen seiner Mitarbeit am Programmbereich (Inter)Mediation. Musik – Vermittlung – Kontext des interuniversitären Schwerpunkts Wissenschaft & Kunst in Kooperation mit mehreren KollegInnen durchgeführt. Die Grundlage des Projektes bildet die These, dass Musik im medialen Kontext heutzutage von Kindern und Jugendlichen vorrangig in Kombination mit anderen künstlerischen Ausdrucksformen rezipiert wird, weswegen auch die Förderung musikalischer Medienkompetenzen im 'intermedialen Verbund' stattfinden sollte.

Das Ziel des Vorhabens besteht darin, Unterrichtsmodelle (inklusive Lehrmaterialien und didaktischer Szenarien) für die Durchführung von Medienprojekten, in denen die Musik eine wichtige Rolle spielt, auszuarbeiten. Diese werden – der Methodologie des Design-Based Research und dem Citizen-Science-Ansatz folgend – in Kooperation mit SchülerInnen, Studierenden und Lehrenden in der Praxis erprobt, im Zuge dessen wissenschaftlich evaluiert sowie angepasst und weiterentwickelt.

Die Ergebnisse richten sich in erster Linie an AkteurInnen in musikpädagogischen Praxisfeldern (MusiklehrerInnen an Schulen aber auch Lehrende an Musikschulen) und werden frei im Internet verfügbar sein. Parallel dazu ist eine Grundlagenforschung zu Aspekten der Intermedialität in der aktuellen digitalen Kommunikation mit einem Fokus auf Musikvermittlung geplant, deren Erkenntnisse über Symposien und Fachpublikationen ein wissenschaftliches Publikum ansprechen sollen.

Erste Umsetzungen siehe "Corona-Projekt"


Titelbild Künstlerische Erfahrung im Brennpunkt

Mit finanzieller Unterstützung von KulturKontakt Austria und der Abteilung Kultur, Bildung und Wissen der Stadt Salzburg (Gesamtbudget 20.000,- EUR) führten sieben MedienkünstlerInnen mit SchülerInnen der 7. und 8. Schulstufe einer städtischen Mittelschule (Hauptschule) im Zeitraum Februar 2015 bis Dezember 2017 insgesamt elf sich jeweils über mehrere Wochen erstreckende Workshops durch. Iwan Pasuchin, der das Vorhaben initiierte und im Rahmen dessen Unterrichts es stattfand, beriet die KollegInnen und führte die wissenschaftliche Begleitung durch (videografierte Beobachtungen, Leitfadeninterviews, Fragebögen, dokumentierte Teamsitzungen etc.).

Von September 2017 bis Dezember 2020 wertete er die Materialien im Zuge der Verfassung der Habilitationsschrift „Kreative Kollisionen. Kontexte und Prozesse Kultureller Medienbildung“ aus, in die er auch eine intensive Auseinandersetzung mit den theoretischen Hintergründen sowie mit den forschungsmethodischen Aspekten der Materie integrierte. Als Rahmenverfahren nutzte er Design-Based Research, das er in Hinblick auf Parallelen zu künstlerischen Erkundungsmethoden sowie einer Rückbindung an die Wissenschaftstheorie des Pragmatismus weiterentwickelte. Letztere philosophische Strömung (und hier in erster Linie die Positionen von John Dewey) bildete ebenso den zentralen Ausgangspunkt für die theoretische Fundierung, die auf einer kritischen Auseinandersetzung mit soziologischen, pädagogischen sowie kulturtheoretischen Postulaten des aktuellen Diskurses zur Kulturellen (Medien-)Bildung basiert.


Titelbild Intermediale künstlerische Bildung

Das von Iwan Pasuchin initiierte und von Oktober 2004 bis April 2006 geleitete Forschungsprojekt 'Intermediale künstlerische Bildung / IKB' war eine Kooperation der Universität Mozarteum Salzburg  mit der Forschungsgesellschaft Salzburg Research. Kofinanziert wurde das Vorhaben aus den Mitteln des European Social Fund (ESF), wobei das Gesamtbudget € 315.692,- betrug.

Im Zuge des Vorhabens wurden ein Curriculum für einen fächerübergreifenden Masterlehrgang sowie ein darauf abgestimmten Knowledge Management System mit einem Fokus auf neuartige Zugänge zur kreativen Wissenserschließung, -vernetzung und v.a. -konstruktion an den Schnittstellen zwischen der Medienpädagogik und der Pädagogik der künstlerischen Fachbereiche entwickelt. Dabei erfolgte eine Schwerpunktsetzung auf die Vermittlung von Methoden intermedialer Projektarbeit.

Ausführliche Informationen zu IKB und dem daraus resultierenden Symposium "Intermediale künstlerische Bildung. Kunst-, Musik und Medienpädagogik im Dialog" sind auf der Projekt-Webseite zu finden.

Publikationen

HINWEIS: In der Folge scheinen nur einige der wichtigsten Veröffentlichungen auf. Bei Klick auf den Link bzw. das PDF-Symbol werden Web-Darstellungen bzw. Scans der jeweiligen Originalausgaben im Volltext geöffnet. Eine Auflistung sämtlicher Publikationen erhalten Sie im folgenden PDF-Dokument. Bei Interesse an weiteren in dieser Liste angeführten Veröffentlichungen nehmen Sie bitte direkt mit Iwan Pasuchin Kontakt auf.

Zum "Brennpunkt"-Projekt

Pasuchin, I. (2021). Kreative Kollisionen. Kontexte und Prozesse Kultureller Medienbildung. München: kopaed (zwei Bände) / Auch Open Acess: Band 1 https://doi.org/g3wd und Band 2 https://doi.org/g3wf
Pasuchin, I. (2016). Gestaltung als Forschung. Kooperationspotenziale von Design-Based Research und Artistic Research am Beispiel des Projektes Kunst- und Kulturvermittlung im Brennpunkt. p/art/icipate - Kultur aktiv gestalten, 7, online
Pasuchin, I. (2015). Kunst- und Kulturvermittlung im Brennpunkt. Ambivalenzen einer (vermeintlich) unprätentiösen Zielsetzung. p/art/icipate - Kultur aktiv gestalten, 6, online

Zu Querverbindungen Medienpädagogik / künstlerische Pädagogik

Pasuchin, I. (2019). Intermedia. In K. Bering, K. Pauls & R. Niehoff (Hrsg.), Lexikon der Kunstpädagogik (S. 236-239). Oberhausen: Athena.
Pasuchin, I. (2009). Kunst. In B. Schorb, G. Anfang / K. Demmler (Hrsg.), Grundbegriffe Medienpädagogik – Praxis (S. 162-166). München: kopaed-Verlag.
Pasuchin, I. (2009). Neue (Künstlerische) Medienbildung für ein neues Web? In P. Imort, R. Müller, & H. Niesyto (Hrsg.), Medienästhetik in Bildungskontexten (S. 31-43). München: kopaed-Verlag.
Pasuchin, I. (2007). Thesen zur Intermedialen Künstlerischen Bildung. In I. Pasuchin (Hrsg.), Intermediale künstlerische Bildung. Kunst-, Musik und Medienpädagogik im Dialog (S. 15-28). München: kopaed-Verlag.

Pädagogik in politökonomischen Kontexten

Pasuchin, I. (2019). Bildungsdiskriminierung als Grundvoraussetzung der Wissensgesellschaft. In R. Langer & T. Brüsemeister (Hrsg.), Handbuch Educational Governance-Theorien (S. 629-651). Wiesbaden: VS.
Demokratie Ökonomie BildungPasuchin, I. (2013). Demokratie < Ökonomie > Bildung. Zum Stellenwert wirtschaftspolitischer Positionen in John Deweys Werk und zu ihrer Aktualität. Pädagogische Rundschau, 1/2013, 33-53.
Bildungsbenachteiligung aus der Perspektive der Intersektionalitätsachse KlassePasuchin, I. (2014). Bildungsbenachteiligung aus der Perspektive der Intersektionalitätsachse Klasse. Erziehung und Unterricht, 1-2|2014, 140-152.

Zum WeTube-Projekt

MediaManualPasuchin, I. (2012). Demokratie und (Medien-)Bildung. Reform der Schule im Allgemeinen und des medienbezogenen Unterrichts im Besonderen als vordringliche demokratiepolitische Aufgabe. medienimpulse 3/2012 - online
merzPasuchin, I. ; Wijnen, C. W. (2008). 'WeTube. Denen zeigen wir’s!' Kreative Web 2.0-Arbeit in der Hauptschule. merz | medien + erziehung, 08-5, 27-34.
Web 2.0Pasuchin, I. (2009). Web 2.0 als Brückenschlag zwischen der Pädagogik der Medien und der Künste in der Praxis kreativer Medienarbeit mit bildungsbenachteiligten Jugendlichen. In C.-P. Buschkühle, J. Kettel, & M. Urlaß (Hrsg.), Horizonte. Internationale Kunstpädagogik (S. 421-438). Oberhausen: Athena-Verlag.

Zum E- und Blended Learning

Pasuchin, I. (2009): Medienkompetenz im E-Learning. Eine medienpädagogische Perspektive auf mediendidaktische Diskurse. In U. Dittler, J. Krameritsch, N. Nistor, C. Schwarz, & A. Thillosen (Hrsg.), Ein kritischer Blick auf E-Learning an deutschsprachigen Hochschulen (S. 149-164). Münster u. a.: Waxmann.
Pasuchin, I. ; Häcker, T. (2008): Lernen 2.0 in politökonomischen Kontexten am Beispiel des Portfolioansatzes. merz | medien + erziehung, 08-2, 30-36.